Projekt Aarewasser, Massnahme 20: Haltung und Sicht der IG Belpau

Was beinhaltet Massnahme 20 ?

(Angaben aus dem Auflageprojekt)

Unsere Kritik !

  • Bau eines neuen Hochwasserschutzdammes von ca. 800 m Länge zwischen Jägerheim und Augutbrücke. Er soll bis zu 140 m weit vom heutigen Damm Richtung Flugplatz erstellt werden.

  • Flutung der Fläche zwischen altem und neuem Damm durch Teilöffnung des bestehenden Dammes.

  • Der Rest des heutigen Dammes soll durch die Aare weggeschwemmt werden.

  • Der neue Damm liegt auf der Kurvenaussenseite der Aare, dies bedingt eine harte Verbauung mit tiefer Fundation, mit Steinblöcken gesicherte Böschungen und Buhnen.

  • Aus demselben Grunde ist es wahrscheinlich, dass sich der Hauptlauf der Aare entlang des neuen Dammes bilden wird und auf der gegen-überliegenden Seite ausgedehnte Kiesbänke entstehen werden.

  • Einige Fakten aus dem Projektbericht:
     

    • Der bestehende Damm ist hochwassersicher.

    • Die Kosten für Massnahme 20 belaufen sich nach heutiger Berechnung auf knapp 8 Mio Franken.

    • Es werden ca. 6 ha wertvoller Auenwald verschwinden.

  • Die Realisierung der Massnahme 20 bedingt 25‘000 Lastwagen-Fahrten durch Wohngebiete von Belp. Diese, zusammen mit den Bau-maschinen, Baugeräten und den Transporten auf der Baustelle, führen zu einem Kraftstoff-verbrauch von über einer halben Million Liter.

  • Der neue Damm würde mitten durch ein mehrfach national geschütztes Gebiet führen und zwar:

    Aarelandschaft Thun-Bern BLN Objekt 1314
    Auenobjekt Nr. 69
    Moorlandschaft Nr. 280
    Amphibienlaichgebiete

    In allen Mitberichten zu diesen Objekten von nationaler Bedeutung wird auf die grosse Bedeutung dieser Gebiete hingewiesen. Eingriffe aller Art sind verboten.

     

  • Die zerstörten 6 ha Auenwald sollen nur zu einem kleinen Teil andernorts aufgeforstet werden. Geeignete Flächen sind bis heute nicht gesichert.

  • Die Kosten von 8 Mio Franken – nach den Erfahrungen der letzten Jahre werden es wohl weit mehr sein – sind für die Zerstörung von bedeutenden Naturwerten ein Hohn.

  • Der Kraftstoffverbrauch ist aus ökologischer Sicht unverantwortlich.

  • Zu den vier Zielen des Projekts Aarewasser für den Abschnitt Massnahme 20:
     

    • Der Hochwasserschutz ist heute durch den bestehenden Damm gewährleistet.

    • Es sind hier keine Grundwasser-fassungen wegen Sohleneintiefung der Aare gefährdet.

    • Eine Steigerung der Biodiversität ist in einem mehrfach geschützten Gebiet kaum erreichbar.

    • Eine Steigerung des Erholungswertes ist keineswegs erwünscht.

  • Zwischen Hunziken- und Augutbrücke könnten ohne irgendwelche Qualitätsverluste mindestens 20 Mio Franken gespart werden.
    Andernorts eingesetzt könnte mit diesen Mio Bedeutendes für die Natur erreicht werden.

Die IG Belpau kämpft für die uneingeschränkte Erhaltung der Aarelandschaft zwischen Hunziken- und Augutbrücke. Wir lehnen insbesonders die unnötige und unsinnige Massnahme 20 kompromisslos ab.

Die IG Belpau kämpft für die uneingeschränkte Erhaltung der Aarelandschaft zwischen Hunziken- und Augutbrücke. Wir lehnen insbesonders die unnötige und unsinnige Massnahme 20 kompromisslos ab.